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Psychische und physische Belastungen in der Bauwirtschaft

Die Bauwirtschaft boomt. Es ist schwierig gutes Fachpersonal zu finden. Wichtig ist deshalb, gutes Personal nicht durch Unfälle, Krankheit oder Überbelastungen zu verlieren.

Zahlen der BKK aus Deutschland zeigen, dass die durchschnittlichen Ausfallzeiten pro Vollzeitstelle im Hoch- und Tiefbau mehr als 20 Tage betragen. In der Schweiz sind die Zahlen tiefer, mit 98h pro Jahr (ca. 12 Tage) und beschäftigter Person immer noch deutlich höher als der Durchschnitt (77h, ca. 9.5 Tage).

Viele Faktoren spielen dafür eine Rolle. Neben den kaum zu beeinflussenden soziokulturellen Aspekten, ist die Belastungssituation entscheidend.

  • Die Unfallhäufigkeit ist in der Baubranche enorm hoch. Das Berufsunfallrisiko beträgt in der Klasse Hoch- und Tiefbau 160 Fälle pro 1'000 Mitarbeitende, gegenüber 51 pro 1'000 im tertiären Bereich.
  • Die Belastung der Atemwege durch Abgase und Stäube wie bspw. Asbest und Quarzstaub stellen ein erhebliches gesundheitliches Risiko dar. In extremen Fällen kann es zu Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis, Asthma oder Lungenkrebs kommen.
  • Arbeiten im Freien bei hohen Temperaturen und Sonneneinstrahlung belasten Körper und Psyche. Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nehmen ab und es können Augenschäden, Sonnenbrand und Hautkrebs auftreten.
  • Trotz hohem Mechanisierungsgrad werden immer noch grosse Lasten manuell bewegt. Verletzungen und Erkrankungen des Muskelskelettapparates (MSE) sind daher häufig.
  • Der hohe Termindruck führt zu bedeutenden psychischen Beanspruchungen. Zusätzlich werden die Mitarbeitenden durch die temporäre Projektorganisation mit einer hohen Komplexität und vielen Akteuren aus unterschiedlichen Unternehmen und Kulturkreisen sehr stark gefordert. Insbesondere die Bauleiter, aber auch andere Kader, erkranken an den Stressfolgen.

 

Insgesamt zeigt sich, dass physische und psychische Belastungen eine bedeutende Rolle in der Baubranche spielen und sich negativ auf das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Produktivität der Mitarbeitenden auswirken. Die hohen Fehlzeiten sind klare Signale, sich der Thematik zu stellen. Regelmässige Gefährdungsbeurteilungen – inklusive der psychischen Belastungen - können unternehmensspezifisch Aufschluss darüber geben, wo der Schuh drückt und wie geeignete Massnahmen eingeleitet werden können.

 

Als Partner der Bauwirtschaft (z.B. SBV-Branchenlösung sicuro, Gebäudehülle Schweiz,…) führt AEH Analysen und Workshops durch. Daneben sind die Bereiche Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Arbeitsmedizin, Betriebliches Gesundheitsmanagement aber auch das Case Management für verschiedene Unternehmen tätig. Gerne klären wir unverbindlich auch Ihren Beratungs- und Schulungsbedarf.

 

Stressprävention Stressbewältigung

 

Systematische Planung der Arbeit:

  • Ausreichende Vorlaufzeiten
  • Frühzeitige Materialbestellungen
  • Regelmässige geplante Besprechungen auf Baustelle
  • Optimierung der Abläufe und der Disposition von Material und Arbeitsmittel

  • Umsetzung von Kurzpausen
  • Ergonomie: Umgang mit physischer Belastung üben
  • Training zu Stressbewältigung
  • Eigene Stressreaktion erkennen
  • Methoden zum Abbau von Belastungen kennen
  • Stressmindernde Einstellung erlernen
  • Methoden zur Reduktion der Stressreaktion erlernen
  • Arbeitsmedizinische Abklärungen oder andere Hilfestellungen bei Überbelastung anbieten

Verbesserung der Zusammenarbeit

  • Klare Absprachen
  • Klare Zuständigkeiten und Befugnisse
  • Optimierung Informationsflüsse: 
    Planer – Bauleiter – Polier
 

Qualifizierung

  • Ausbau der pers. Kompetenzen mit ausreichenden Verweilzeiten in einer Position
  • Fortbildung zu Kommunikation und Umgang mit Konflikten
  • Training zu Stressprävention und Stressbewältigung